Seit der Saison 2006/2007 bietet der Schnawwl mit mehreren in ihrer Vielfalt bundesweit einmaligen Projekten ein innovatives und ambitioniertes Angebot für Kleinstkinder, das kontinuierlich erweitert wird.
In Italien, Frankreich, Belgien, Finnland und Schweden ist das Kleinstkindertheater längst eine feste Größe der Kulturszene. Doch während dort bereits seit einigen Jahren Erfahrungen mit dieser Zielgruppe im Theater gesammelt werden, handelt es sich in Deutschland dabei noch um eine völlig neue Bewegung. Möglich wird sie durch die Entwicklung von Theaterformen, in denen Kleinkinder als vollwertige Gegenüber ernst genommen werden: Kleinkinder und Babys gelten in den Augen der Theatermacher nicht länger als ein ‚unbeschriebenes Blatt’, sondern werden als Persönlichkeit wahrgenommen.
Von diesem Ansatz inspiriert ergänzen die Mitarbeiterinnen des Schnawwl ihre langjährigen Erfahrungen in der Arbeit mit Kleinkindern bis drei Jahren durch Studienreisen ins In- und Ausland, um mit anderen Regisseuren, Theaterpädagogen, Wissenschaftlern und Künstlern in einen Austausch zu kommen, bewährte Formen adäquat zu transformieren und neue Formen
zu suchen.
Alle Projekte in diesem Bereich sind Bestandteil einer einzigen Vision: Das Theater als einen Ort der Gemeinschaft und der Begegnung zu etablieren. Hier treffen sich Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen als Akteure auf der Bühne oder als Zuschauer im Publikumsraum. Theater kann so ein Ort sein, in dem spielerisch und ganz natürlich (inter-)kulturelle Lernprozesse stattfinden. Je früher diese Lernprozesse stattfinden, je früher also begonnen wird, Menschen unterschiedlicher Herkunft im Raum ‚Theater’ zusammenzubringen, desto eher werden Vorurteile abgebaut bzw. können sie erst gar nicht entstehen. Vorurteile, die weit mehr umfassen als das kulturelle Interagieren und Geschehen auf der Bühne.