



Mit seiner Gründung 1979, als vierte Sparte des Nationaltheater Mannheim, ist das Schnawwl-Theater das älteste kommunale Kinder- und Jugendtheater in Baden-Württemberg. In dieser Spielzeit feiert der Schnawwl seinen 30 Geburtstag! Das Ensemble besteht aus drei Schauspielerinnen und drei Schauspielern, die durch Gäste ergänzt werden. Im aktuellen Spielplan finden sich vor allem neue Stücke und Geschichten, die sich mit allem beschäftigen, was das Leben ausmacht, den Träumen wie den Ängsten seines jungen Publikums. Sie erzählen von Glück und Scheitern, von erster Liebe, Problemen mit Eltern und Schule, von den Schwierigkeiten, sich selbst anzunehmen und der Notwendigkeit, einen eigenen Weg zu gehen.
Jede Spielzeit steht unter einem besonderen Motto oder Thema, das in den einzelnen Stücken genauer beleuchtet wird. In dieser Spielzeit lautet dieses Motto: Jetzt wird's grenzlig! Denn nach 30 Jahren Schnawwl wollen wir uns nicht auf unseren Leistungen ausruhen, sondern uns in neue künstlerische Abenteuer zu stürzen. So stellen wir uns der Herausforderung, gleich zwei Figurentheaterstücke auf die Bühne zu bringen: Das Buch von allen Dingen und Riekchens Reise wird von Schauspielern und Figuren gemeinsam erzählt. Auch die Grenze zum Tanztheater überschreiten wir mit dem Stück Risiko, in dem vier Schauspieler und drei Tänzer mit vollem Körpereinsatz Extremsituationen von Jugendlichen darstellen.
Passend zum Thema Grenzüberschreitung gibt es auch auf unseren Spielplänen zum Mitnehmen jeden Monat eine andere "grenzlige" Illustration.
Das Publikum des Schnawwl kann mit dem Theater groß werden, denn das Ensemble spielt Stücke bereits für die allerkleinsten Zuschauer ab zwei Jahren, zeigt Bilder-, Märchen- und Erzähltheater, entwickelt eigene Stücke zu brennenden Themen, adaptiert Klassiker fürs jugendliche Publikum und stellt in der spartenübergreifenden Werkhausbühne des Nationaltheaters junge zeitgenössische Autoren vor. In Kooperationen mit den anderen Sparten des Nationaltheaters experimentiert das Ensemble mit Neuem Musiktheater und grenzüberschreitendenTheaterformen. Den Kontakt zum Lebensalltag des Publikums sucht der Schnawwl mit mobilen Produktionen, die es in Kindergärten und Schulen und Bibliotheken zeigt. Außerdem vermitteln zwei Theaterpädagoginnen dem Publikum sowohl die Kunst des Zuschauens als auch die Kunst des Spielens und unterstützen damit Kinder, Jugendliche und Lehrer bei ihrem Kontakt mit dem Medium Theater und machen sie mit diesem vertraut. Im Rahmen des Projektes Junges Nationaltheater Mannheim finden zahlreiche Kurse und Workshops für Kinder und Jugendliche statt, die unter der Federführung des Schnawwl von Künstlern aller Sparten des Nationaltheaters geleitet werden.
Seit der Spielzeit 2006/2007 betreiben der Schnawwl und die Oper des Nationaltheaters Mannheim gemeinsam eine eigene Spielstätte, die Junge Oper Mannheim, die ausschließlich Neues Musiktheater für Kinder und Jugendliche produziert. Oper und Schnawwl gehen dabei neue Wege und widmen sich mit neuen Libretti Stoffen, die sich mit aktuellen Inhalten und Problemen von Kindern und Jugendlichen heute beschäftigen. Dabei erschließt sie den Kindern einen Zugang zu alter und auch neuer klassischer Musik.
Eine typische Mannemerische Redensart heißt: „Babbeln, wie eem de Schnawwl gewaggse is!“. Der Begriff ‚Schnawwl’ stammt dabei ursprünglichen aus dem Kurpfälzischen und bedeutet ‚Schnabel’. Wenn man heute von der Kurpfalz spricht, meint man häufig nur den Raum Mannheim/Heidelberg, das Kurpfälzische selbst wird jedoch in einem Sprachgebiet gesprochen, das sich von Mannheim und Viernheim im Norden über Weinheim, Heidelberg und Wiesloch nach Bruchsal im Süden erstreckt; im Osten dehnt es sich bis in den badischen Odenwald hinein über Neckargemünd bis nach Eberbach, Mosbach und Sinsheim aus, und geht dann fließend ins Schwäbische über.
Der Mannheimer Dialekt, das so genannte Mannemerisch, gehört zu den pfälzischen Mundarten, kann aber durchaus als eigenständiger Dialekt, der nur im Stadtgebiet gesprochen wird, betrachtet werden. Bereits in den Vororten wie Feudenheim, Seckenheim oder Neckarau werden andere Wendungen gebraucht.Typisch mannemerisch ist das Füllwort ‘álla’, das in kaum einem Satz fehlt. Es kommt vom französischen ‘állez’ und dient hier wie dort als Auforderung: ‚Los! Auf!’ Es kann aber auch die Bedeutung von ‘alsdann’ haben: „állaa, machs gud!“ Ein allein stehendes ‘állaa!’ heißt so viel wie: „Hab ich's nicht gesagt!“ Häufig wird auch ein ‘gell?’ in die Rede eingeflochten. Da weder die Mannheimer Kinder und Jugendliche noch der Schnawwl auf den Mund gefallen sind und beide reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, trägt das Kinder- und Jugendtheater am Nationaltheater Mannheim einen Namen, der sich eindeutig mit der Region und seinen Menschen verbindet!
Der Schnawwl ist die Kinder- und Jugendsparte am Nationaltheater Mannheim. Im Jahr 2009 feiert er seinen dreißigsten Geburtstag. 1979 griff der damalige Intendant, Arnold Petersen, die bundesweite Strömung, Theaterkunst für Kinder und Jugendliche durch finanzielle, räumliche und personelle Freiräume besonders zu fördern, auf und beauftragte Pavel Mikulastik, als ersten Direktoren, mit dem Aufbau eines eigenständigen Kinder- und Jugendtheaters – zunächst mit wechselnden Spielorten, ab Mai 1981 mit eigener Spielstätte unter dem Dach der Alten Feuerwache. „Es war ein Aufbruch zu neuen Horizonten und Ausbruch aus erstarrten Formen des Staats- und Stadttheaters. Das pflegte nämlich die Jugend mit einem Weihnachtsmärchen abzufertigen, in das die einfallslose Routine, die billigsten Bühnenbilder und die abkömmlichsten Schauspieler gesteckt wurden.“ So beschreibt Heike Marx in ihrem Aufsatz Generation Schnawwl die ersten Schritte des Mannheimer Kinder- und Jugendtheaters, des Schnawwl.
Die erste Schnawwl-Premiere war am 29. September 1979 die Inszenierung „Kopf in Sand“. Die folgenden Direktoren Konrad Schrage (seit 1984) und Hubert Flachhuber (seit 1990) brachten ihre eigenen Stile in den Schnawwl. Für die Ausstattung und die Bühnenbilder war die räumliche Trennung vom Nationaltheater durchaus problematisch, da man nicht auf die dortigen Ressourcen zugreifen konnte. Unter der Direktion von Brigitte Dethier, die 1996 ans Schnawwl kam, begann eine Zeit intensiverer Zusammenarbeit mit dem Nationaltheater. Durch die Einstellung eines Produktionsleiters und die Zusammenarbeit mit den Werkstätten des Nationaltheaters entstehen seit 1997 deutlich hochwertigere Bühnenbilder. Initiiert von Karl Heinz Böhler finanzierten die Freunde und Förderer des Nationaltheaters 1998 die heutige Tribüne des Spielraumes.
Seit 2002 ist Andrea Gronemeyer Direktorin am Schnawwl. Unter ihrer Leitung initiierten Oper und Schnawwl in der Spielzeit 2006/2007 die Junge Oper Mannheim, die sich vor allem dem zeitgenössischen Musiktheater für das junge Publikum widmet.
Das Publikum des Schnawwl kann mit dem Theater groß werden, denn das Ensemble spielt Stücke bereits für die allerkleinsten Zuschauer ab zwei Jahren, zeigt Bilder-, Märchen- und Erzähltheater, entwickelt eigene Stücke zu brennenden Themen, adaptiert Klassiker fürs jugendliche Publikum und stellt in der spartenübergreifenden Werkhausbühne des Nationaltheaters junge zeitgenössische Autoren vor. In Kooperationen mit den anderen Sparten des Nationaltheaters experimentiert das Ensemble mit Neuem Musiktheater und grenzüberschreitendenTheaterformen. Den Kontakt zum Lebensalltag des Publikums sucht der Schnawwl mit mobilen Produktionen, die es in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken zeigt. Außerdem vermitteln zwei Theaterpädagoginnen dem Publikum sowohl die Kunst des Zuschauens als auch die Kunst des Spielens und unterstützen damit Kinder, Jugendliche und Lehrer bei ihrem Kontakt mit dem Medium Theater und machen sie mit diesem vertraut. Im Rahmen des Projektes Junges Nationaltheater Mannheim finden zahlreiche Kurse und Workshops für Kinder und Jugendliche statt, die unter der Federführung des Schnawwl von Künstlern aller Sparten des Nationaltheaters geleitet werden.
Seit der Spielzeit 2006/2007 betreiben der Schnawwl und die Oper des Nationaltheaters Mannheim gemeinsam eine eigene Spielstätte, die Junge Oper Mannheim, die ausschließlich Neues Musiktheater für Kinder und Jugendliche produziert. Oper und Schnawwl gehen dabei neue Wege und widmen sich mit neuen Libretti Stoffen, die sich mit aktuellen Inhalten und Problemen von Kindern und Jugendlichen heute beschäftigen. Dabei erschließt sie den Kindern einen Zugang zu alter und auch neuer klassischer Musik.
Die meisten Vorstellungen des Schnawwl finden in den Räumen der Alten Feuerwache statt. Auch die Junge Oper ist hier untergebracht. Das fast hundert Jahre alte Gebäude war einmal Mannheims Hauptfeuerwache. Als diese jedoch 1975 an einen neuen Standort verlegt wurde, wäre das schöne neobarocke Bauwerk beinahe abgerissen worden. Zum Glück gab es genug Mannheimer, die gegen diese Pläne protestiert haben. Während das Haupthaus nun aber lange Zeit leer stand und zu verfallen drohte, fanden in der dazugehörigen Fahrzeughalle hinter der Feuerwache jedes Wochenende Konzerte statt. In kürzester Zeit wurde die Feuerwache zu einem beliebten Kulturzentrum und etablierte sich als Publikumsmagnet im gesamten Rhein-Neckar-Raum. Nach einigem Hin und Her entschied die Stadtverwaltung schließlich 1978, die Feuerwache offiziell in ein Kulturzentrum umzubauen, zu renovieren und unter anderem auch in der Feuerwache - möglichst im Dachgeschoss - das Kinder- und Jugendtheater unterzubringen, so dass diese am 8. Mai 1981 offiziell eingeweiht werden konnte. Die Fahrzeughalle wurde schließlich abgerissen und alle Veranstaltungen ins Haupthaus verlegt.
Neben dem Kulturzentrum befinden sich heute außerdem Proberäume für Bands, der Schnawwl, Werkstätten des Bezirksverbandes Bildender Künstler (BBK), das freie Radio bermuda.funk, diverse Kulturvereine, Büros des Kulturamtes der Stadt Mannheim und Künstlerwohnungen in der Alten Feuerwache.