
Liebes Publikum,
für Kinder besteht die Welt aus lauter Wundern: Dass die Sonne morgens aufgeht und am Abend hinter dem Horizont verschwindet, dass eine Stimme durch den Telefonhörer klingt, dass Blut rot ist und das Wasser nass. In ihren ersten Lebensjahren nehmen sie diese Erfahrungen staunend wahr und akzeptieren sie allmählich als Gesetze. Sie wollen mehr wissen und beginnen zu fragen: Wird die Sonne jeden Morgen wieder aufgehen? Und tut sie das auch, wenn ich gar nicht hinsehe? Wie lange dreht sich die Erde noch und merke ich, wenn ich sterben muss? Wer sind die Eltern von Gott und warum gibt es Jungen und Mädchen? Muss ich meine Legos teilen, wenn ich heirate und warum bin ich ich?
Kinder fragen oft nach Dingen, über die Erwachsene sich keine Gedanken mehr machen: Warum gibt es arm und reich? Warum Krieg? Warum Grenzen? Warum Klimawandel und Kernschmelzen? Warum ändern wir nicht einfach, was wir für schlecht halten? Fragen setzen etwas in Gang und halten die Fantasie auf Trab. Die Masse an Informationen, über die wir inzwischen jederzeit und überall verfügen, mag zu dem Irrtum verführen, dass eigentlich schon alles beantwortet sei.
Wir möchten unser Publikum zum Weiterfragen ermutigen. Wer das Fragen nicht aufgibt, traut sich, die Ordnung der Welt, unsere Gesetze, Werte und Glaubenssätze immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und an ihrer Weiterentwicklung mitzuwirken. Der neue Spielplan des Schnawwl steht daher im Zeichen des konstruktiven „Warum?“.
Kinderfragen kennen kein Ende und kein Tabu. Und es gibt auch keine Frage, für die ein Kind noch zu jung wäre oder ein erwachsener Mensch zu alt; es gibt nur unpassende, dem Alter nicht angemessene Antworten. Verständlich müssen unsere Antworten sein, spielerisch, im Dialog mit den Fragenden, der Wirklichkeit verpflichtet und doch verrückt genug, sich am Ideal zu orientieren.
Wir laden Sie und euch ein, mit uns zu fragen und mit uns nach Antworten zu suchen. Herzlich willkommen im Schnawwl!